Skip to main content

Aufschlussreich • Motivierend • Spannend

Wie fühlt es sich an, eine Woche lang im Labor zu arbeiten? Im  Rahmen eines BOGY-Praktikums – der „Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium“, einem einwöchigen Orientierungspraktikum in der 10. Klasse – verbrachte Yannik eine spannende Woche im 3R-Center Tübingen und im MicroOrganoLab. Dort erhielt er Einblicke in den Laboralltag sowie in die Wissenschaftskommunikation und sammelte viele neue Erfahrungen. In einem Interview berichtet er von seinen Eindrücken und seinem eigenen Projekt.

Interview mit Yannik

Was hast du dir von der Praktikumswoche erhofft?

Welche Aufgabe hat dir den besten Eindruck von unserer Arbeit vermittelt?

Die Recherche über die Organ-on-Chips und die Chips selber zu bauen, haben mir die Idee der Chips gut vermitteln können. Auch durch das Erstellen des Wissenschaftskommunikations-Projektes und das Dokumentieren der Arbeitsschritte und Methoden im Labor habe ich viel über die Darstellung von Methoden und Konzepten gelernt.

Welcher Moment der Woche war für dich am spannendsten?

Die ersten zwei Tage habe ich viel im Labor zugeschaut und dokumentiert, jedoch nie etwas selbst gemacht. Als ich dann am Mittwochnachmittag das erste Mal selbst an die Bench durfte, um Zellen aufzutauen und in eine Kulturflasche mit Nährmedium überzuführen, war das schon aufregend und vermutlich das Highlight der Woche. Aber auch bei Experimenten oder am Mikroskop dabei zu sein, wo man nicht weiß, was rauskommt, und wo man schon lange darauf wartet, dass etwas funktioniert, ist auch echt spannend.

Was nimmst du persönlich aus dem Praktikum mit?

Natürlich in erster Linie die ganzen Eindrücke aus der Arbeit im Labor und über die Organ-on-Chip Systeme: den Weg der Zellen aus den menschlichen Organen bis in den Chip, aber auch den Aufbau der Chips und wie diese hergestellt werden. Auch wie man sich im Labor verhält und das sterile und genaue Arbeiten dort, werde ich mitnehmen, genauso wie die Geduld, die man braucht, damit etwas klappt.

Echt spannend ist aber auch die Motivation, die sich für mich bei der Arbeit ergibt. Dadurch, dass man weiß, dass man etwas Nützliches macht, und immer wieder neue Ziele vor seinem Auge hat, wie zum Beispiel, dass sich Zellen gut in einen Chip ansiedeln (Chip Seeding), denke ich, dass die Arbeit mir echt Spaß machen kann. Auch dadurch, dass man die Chips meistens gleichzeitig zur Laborarbeit selber plant und baut, ist die Arbeit sehr vielfältig. Zudem finde ich nun die Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation viel spannender als vor dem Praktikum, da ich erkannt habe, wie wichtig diese für die Publikation der Projekte ist.

Hat das Praktikum deine Vorstellungen über mögliche berufliche Wege verändert oder erweitert?

Eher erweitert. Ich war mir schon im Vorhinein ziemlich sicher, etwas in naturwissenschaftliche Richtung zu studieren. Im Praktikum wollte ich dann einfach mal schauen, wie spannend die Arbeit ist. Durch die Vielfältigkeit der Arbeit kann man diese auch mit ganz verschiedenen Studiengängen absolvieren und es ergeben sich viele Richtungen, die man auch noch im Nachhinein einschlagen kann. Außerdem habe ich mich mit vielen PhD-Studenten über deren Studiengänge ausgetauscht und auch, was sie später machen wollen, was mir auch nochmal gute Eindrücke gab.

Erzähle uns etwas über dein Wissenschaftskommunikations Projekt. Was hast du dabei darüber gelernt, wie man Labormethoden gut erklärt?

Mein Ziel war es, möglichst verständlich die Arbeitsschritte einer Zellisolation darzustellen, um zu erklären, wie die Zellen aus dem menschlichen Körper für die Forschung an Chips aufbereitet werden. Dafür habe ich bei einer Zellisolation von Immunzellen aus menschlichen Mandeln zugeschaut und diese dokumentiert.

Wichtig war für mich, immer die Frage im Kopf zu behalten, warum und für welchen Zweck einzelne Zwischenschritte gemacht werden, um im Nachhinein die einzelnen Schritte zu größeren methodischen Arbeitsschritten zusammenzufügen. Diese dienten mir dann zum Veranschaulichen der Zellisolation, durch das Erstellen einer Grafik mit BioRender, in der diese Arbeitsschritte dann die Zellisolation darstellen. Außerdem musste man gleichzeitig über die verwendeten Materialien und deren Begriffe auf Englisch Bescheid wissen, aber trotzdem immer daran denken, die Methode so einfach wie möglich darzustellen, damit auch Leute die Grafik verstehen, die nicht viel Ahnung von der Arbeit haben.