Wie kann die 3R-Forschung in Deutschland noch gezielter gefördert werden? Welche Hürden stehen einer breiten Anwendung von Alternativen zum Tierversuch entgegen? Und wie lassen sich Synergien schaffen, um diese zu überwinden?
Um diese und weitere Fragen zu diskutieren, veranstaltete das Bundesnetzwerk 3R, eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das erste bundesweite Netzwerktreffen. Unter dem Motto „Dialog gemeinsam gestalten“ nutzten Vertreter:innen aus Politik, Industrie und Wissenschaft die Gelegenheit, sich auszutauschen und in spannenden Masterclasses und Workshops neue Impulse zu gewinnen.
Plattform Bundesnetzwerk 3R
Ein Höhepunkt war der Start der neuen Plattform des Bundesnetzwerks. Herzstück ist eine interaktive Deutschlandkarte, auf der sich Institutionen aus dem 3R-Bereich registrieren können. Nutzer:innen erhalten so einen schnellen Überblick und können gezielt nach Kooperationspartnern suchen.
Darüber hinaus bietet die Plattform eine Vielzahl informativer Beiträge zur gesamten Bandbreite der 3R-Forschung. Besonders lesenswert ist ein Interview mit Prof. Peter Loskill und Dr. Silke Keller, in dem sie die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze zur Entwicklung tierversuchsfreier Methoden hervorheben. Zudem informiert die Plattform über kommende Veranstaltungen – von Konferenzen und Webinaren bis hin zu Netzwerktreffen.
Masterclasses und Workshops
Das inhaltliche Herzstück der Veranstaltung bildeten die Masterclasses und Workshops, die individuell ausgewählt werden konnten.
Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, wie alternative Methoden den Sprung in die praktische Anwendung schaffen. Expert:innen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gaben wertvolle Tipps und Einblicke, die Forschende bereits bei der Entwicklung neuer Methoden berücksichtigen können, um deren regulatorische Nutzung vorzubereiten.
Auch das oft vernachlässigte Thema der Wissenschaftskommunikation stand auf dem Programm: Ein Workshop des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation lieferte dazu praxisnahe Anregungen.
Das µOrganoLab war mit einer Masterclass von Prof. Peter Loskill vertreten: Unter dem Titel „Using Organ-on-Chip Technology to recreate complex human Tissue“ stellte er anschaulich die interdisziplinären Entwicklungsschritte von Organ-on-Chip-Systemen vor und zeigte deren enormes Potenzial auf.
Vernetzung
Ganz im Sinne des Mottos „Dialog gemeinsam gestalten“ stand der Austausch mit anderen nationalen 3R-Initiativen im Mittelpunkt. Das 3R-Center Tübingen präsentierte sich mit einem eigenen Stand, an dem Adrian Weghofer die Arbeit in Forschung, Ausbildung, Training und Wissenschaftskommunikation vorstellte.
Ein Roundtable zum Abschluss der Veranstaltung bot Raum für persönlichen Austausch mit Vertreter:innen anderer 3R-Zentren. Dabei entstanden nicht nur inspirierende Diskussionen, sondern auch die Möglichkeit, die Arbeit von Kolleg:innen aus ganz Deutschland kennenzulernen.
Fazit
Mit seinem ersten Netzwerktreffen bot das Bundesnetzwerk 3R zwei abwechslungsreiche Tage voller spannender Einblicke in die Vielfalt der 3R-Forschung und in die regulatorische Umsetzung alternativer Methoden. Der persönliche Austausch wird unser 3R-Center und das µOrganoLab auch künftig darin bestärken, sich für eine humanrelevante Wissenschaft einzusetzen.





