Fünf Tage, mehr als 20 Sessions und Teilnehmende von der ganzen Welt: Vom 31. August bis zum 4. September 2026 fand in Tübingen die vierte Organ-on-Chip Summer School statt. Die Veranstaltung brachte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zusammen, die sich mit der Entwicklung und Anwendung von Organ-on-Chip-Systemen beschäftigten.
Das Programm reichte von den Grundlagen der Organ-on-Chip-Technologie über Mikrofabrikation und Zellkultur bis hin zu Omics, Bildgebung, regulatorischen Fragestellungen und der Anwendung der Systeme.
Von Biomaterialien bis Mikrofabrikation
Zu Beginn der Woche standen die Grundlagen für die Entwicklung von Organ-on-Chip-Systemen im Mittelpunkt. Ana Mora Boza von der Technischen Universität München sprach über Biomaterialien. Peter Loskill von der Universität Tübingen und dem NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut gab Einblicke in Mikrofuidik, Dynamik und Stammzellen. Weitere Sessions beschäftigten sich mit Mikrofabrikation, vorgestellt von Marco Rasponi vom Politecnico di Milano, und Sensortechnologien mit Torsten Mayr von der Technischen Universität Graz.
Ein wichtiger Bestandteil der Summer School waren die praktischen Einheiten. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmenden verschiedene Methoden kennenlernen und direkt selbst ausprobieren. Auf dem Programm standen unter anderem Biomaterialien, Mikrofabrikation, Zellkultur und Integration, Microelectrode Arrays und optische Sensoren.
Betreut wurden die praktischen Sessions von Marlene Fritsch, Nina Köder, Mathias Busek, Hanna Vuorenpää, Corinna Jauch, Monika Yanovska, Svenja Lohmüller, Fulya Ersoy, Ayla Aksoy-Aksel, Torsten Mayr und Virginia Brancato.
Biologische Modelle und ihre Auswertung
Wie sich komplexe biologische Prozesse in Organ-on-Chip-Systemen untersuchen lassen, war ein weiterer Schwerpunkt der Woche.
Steven Ray Wilson von der Universität Oslo stellte verschiedene Möglichkeiten für Omics-Readouts vor. Julia Marzi vom NMI beschäftigte sich mit Bildgebung, während Effie Bastounis von der Humboldt-Universität zu Berlin einen Einblick in die Bildanalyse gab. Ergänzt wurde das Programm durch Sessions zu Immunologie mit Claudia Teufel und zu Organoiden mit Kevin Achberger, beide von der Universität Tübingen. Silvia Mihăilă vermittelte praktische Kenntnisse zu TEER-Messungen.
Qualität, Regulierung und Anwendung
Neben der Entwicklung und Charakterisierung von Organ-on-Chip-Systemen wurden auch Fragen rund um Qualität und spätere Anwendung thematisiert.
David Pamies von der Universität Lausanne sprach über Good Cell Culture Practice (GCCP) und die Bedeutung einer nachvollziehbaren Dokumentation. Costanza Rovida von CAAT-Europe beschäftigte sich mit dem regulatorischen Umfeld sowie mit Adverse Outcome Pathways (AOPs).
Zum Abschluss des wissenschaftlichen Programms ging Olivier Frey von Inspehro auf die Akzeptanz und Anwendung von Organ-on-Chip-Systemen ein. Damit rückte eine Frage in den Mittelpunkt: Wie können neue Modelle aus der Forschung in konkrete Anwendungen überführt werden?
Austausch auch außerhalb des Programms
Neben den wissenschaftlichen Sessions blieb während der Woche viel Zeit für den persönlichen Austausch. Beim Welcome Social, dem gemeinsamen Summer School Dinner und einer Stocherkahnfahrt auf dem Neckar konnten sich Teilnehmende und Vortragende auch außerhalb des Labors austauschen.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Farewell-Abend mit dem TATA-Box-Spiel. Gerade diese informellen Programmpunkte waren eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich über die eigenen Forschungsprojekte, Methoden und Erfahrungen auszutauschen.
Danke an unsere Unterstützer
Die Durchführung der Summer School wurde durch unsere Sponsoren ermöglicht. Unser Dank gilt InSphero, PyroScience GmbH, Dynamic42 GmbH, PEPR MED-OOC, BiomimX® Srl, ibidi GmbH und Multi Channel Systems GmbH für ihre Unterstützung.
Ein besonderer Dank gilt außerdem allen Vortragenden und Trainerinnen und Trainern, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den Teilnehmenden geteilt haben, sowie dem Organisationsteam und allen Teilnehmenden, die die Woche mit ihren Fragen, Diskussionen und eigenen Perspektiven gestaltet haben.
Die 4. Organ-on-Chip Summer School wurde gemeinsam vom 3R-Center Tübingen und der Teaching & Training Working Group der European Organ-on-Chip Society (EUROoCS) organisiert.
Fünf Tage Summer School sind vorbei – die geknüpften Kontakte, neuen Ideen und hoffentlich auch einige gemeinsame Projekte bleiben.


















