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Die THE 3R LÄND-Konferenz setzt Impulse für neue Ansätze in der humanrelevanten Forschung

Die Froschung der Zukunft muss sich stärker am Menschen orientieren. Neue methodische Ansätze für die Entwicklung und Prüfung von Pharmazeutika und Therapien – sogenannte New Approach Methodologies (NAMs) – eröffnen nicht nur innovative, sondern auch zukunftsorientierte Perspektiven für einen Zweig der Medizin, der noch stärker auf den Menschen ausgerichtet ist und spezifische komplexe Krankheitsmechanismen genauer modellieren kann. Sie haben das Potenzial, Tiermodelle zu ergänzen und in bestimmten Bereichen zu ersetzen – insbesondere, wenn humanen Krankheitsmechanismen besser abgebildet werden können. Gleichzeitig gibt es noch Herausforderungen bei der Validierung, Standardisierung und dem Modellieren komplexer systemischer Prozesse. Im Spannungsfeld zwischen Ethik, wissenschaftlichem Fortschritt und regulatorischen Anforderungen sind das 3R Prinzip und die Entwicklung humanrelevanter Testverfahren von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

Mit der THE 3R LÄND-Konferenz wurde auch in diesem Jahr wieder eine Plattform für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch in Tübingen geschaffen. Nach den Eröffnungsworten von Frau Rektorin Prof. Dr. Karla Pollmann (Eberhard Karls University of Tübingen), Dekanin Prof. Dr. Sara Brucker, DFG Vizepräsidentin Prof. Dr. Karin Jacobs, und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Thomas Gasser, begann die dreitägige Konferenz..

Fast 300 Teilnehmer kamen auf dem Morgenstelle-Campus in Tübingen zusammen, um zu diskutieren, wie NAMs die Forschung hin zu menschenrelevanteren Modellen verändern können. Die Konferenz begann täglich mit internationalen Keynote-Vorträgen, die neue Perspektiven auf Wissenschaft, Technologie und Translation aufzeigten.

Tag 1 – Innovationen in der biomedizinischen Forschung

Das wissenschaftliche Programm wurde mit einem Eröffnungsvortrag von Milica Radisic, Universität Toronto: “Self-Driving Laboratory for Vascularized Human Organ-on-a-Chip Cultivation.” Ein inspirierender Auftakt für eine Konferenz, voller Ausausch und lebhafter Diskussionen.

Auf die Vorträge folgten zwei Sessions, die sich mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Organ-on-a-Chip-Technologien und Organoiden befassten. Am Abend bot eine lebhafte Poster-Session viel Raum für intensiven Austausch zwischen den Forschenden.

Tag 2 – NAMs in der Praxis

Die Referenten der Industrie-Session präsentierten praxisnahe Beispiele für den Einsatz von NAMs – von komplexen Darmmodellen bis hin zu Anwendungen in der Toxikologie. In ihrer Keynote zeigte Annie Moisan (Roche), wie patientenzentrierte präklinische Ansätze neue Impulse für die Nierenforschung geben können.

Pauline Jeckel moderierte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Ausbildung und Bildung“, bei der unterschiedliche Perspektiven aus Europa und den Vereinigten Staaten zusammenkamen:

In der anschließenden Diskussion ging es darum, wie sich die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgebildet werden kann, um den Anforderungen einer sich schnell wandelnden Forschungslandschaft gerecht zu werden – fachlich wie interdisziplinär. Deutlich wurde dabei auch: NAMs sind längst mehr als ein neuer Ansatz. Sie beeinflussen zunehmend, wie therapeutische Strategien gefunden, überprüft und weiterentwickelt werden.

Beim Konferenzdinner klang der Konferenztag in festlicher und doch ungezwungener Atmosphäre aus. Ein musikalischer Beitrag von Steven Ray Wilson (University of Oslo), begelitet von Martin Kriebel (NMI Natural and Medical Sciences Institute).

Tag 3 – Abschlusstag

Am dritten Tag der Konferenz hielt Roser Vento-Tormo (Wellcome Sanger Institute) ihre Keynote: “Gene Regulation in Human Cell Systems.” Es folgten Sessions zu In-silico-Modellen, Toxikologie und biomedizinischer Forschung. Den Abschluss des Programms bildete ein inspirierender Vortrag von Lena Smirnova: “MPS – Shaping the Future of Biomedical Research from Bench to International Society.”

Im Rahmen der Closing Ceremony zeichneten das 3R-Center, Dynamic42 und PyroScience die besten wissenschaftlichen Posterbeiträge aus. Zuvor hatte ein wissenschaftlicher Ausschuss alle eingereichten Poster gesichtet und bewertet. Für ihre herausragende Arbeit wurden drei Nachwuchswissenschaftler*innen gewürdigt: Ronja Becker, Vasileios Kostakis und Sean Scanlon Boyle.

Ein großes Dankeschön!

Unser besonderer Dank gilt dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie Ministerin Petra Olschowski, die diese Konferenz ermöglicht haben.

Und unseren Sponsoren:

Dynamic42 GmbH, Boehringer Ingelheim, Greiner Bio-One International, Multi Channel Systems GmbH, BiomimX® Srl, STEMCELL Technologies, Thorlabs, Celvivo, Leica Microsystems, cellasys know-how UG (haftungsbeschränkt), PyroScience GmbH, THT Biomaterials GmbH, PL BioScience GmbH, und Sartorius.