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Wie sieht die Medizin von morgen aus – und braucht Forschung dafür überhaupt noch Tierversuche? Mit genau diesen Fragen beschäftigten sich die Oberstufenschüler*innen des Gymnasiums in Balingen.

Nach mehreren Monaten intensiver Vorbereitung im Rahmen des Programms „Transfer Wissenschaft Schule“ der Tübingen School of Education brachte Pauline vom 3R-Center Tübingen aktuelle biomedizinische Forschung direkt ins Klassenzimmer.

Gemeinsam mit den Schüler*innen sprach Pauline über die Bedeutung der 3R-Prinzipien – Replace, Reduce und Refine – und darüber, warum humanrelevante Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Besonders eindrücklich war die Diskussion darüber, dass ein Großteil der Ergebnisse aus Tierversuchen nicht erfolgreich auf den Menschen übertragbar sind.

Ein Schwerpunkt der Unterrichtseinheit lag auf der Organ-on-Chip-Technologie, einer innovativen Methode, die menschliche Organe auf kleinen Chips modelliert. Diese Systeme ermöglichen realitätsnahe Medikamententests und könnten langfristig dazu beitragen, den Einsatz von Tiermodellen deutlich zu reduzieren.

Dabei blieb es nicht bei einem reinen Vortrag: Die Schüler*innen diskutierten kritisch über Chancen, Grenzen und die Frage, wie schnell ein Wandel hin zu einer weitgehend tierversuchsfreien Forschung tatsächlich möglich ist. Schnell wurde deutlich, dass neben wissenschaftlichen Fortschritten auch regulatorische und gesellschaftliche Veränderungen notwendig sind.

Ein großes Dankeschön an das Gymnasium Balingen für die Einladung, das Interesse und die vielen guten Fragen. Denn Wissenschaft entfaltet ihre größte Wirkung oft genau dann, wenn sie das Labor verlässt und junge Menschen zum Mitdenken inspiriert.